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Architekt Dl.Wolfgang Mück
A-1190 Wien, Billrothstr.29 - Tel/Fax :43-1-3690203



Kurier v. 29.11.1999

Keine Nahrung für Schimmel

Experte des Instituts für Baubiologie gibt Tipps, wie man vorbeugen kann und beim ersten Auftreten von schwarzen Flecken vorgehen soll

Ernst Mauritz

Die Jungfamilie mit drei kleinen Kindern hat in der 60-Quadratmeter-Wohnung zu wenig Platz: Noch dazu steht immer die Wäsche herum. "Wenn dann der Schimmel kommt, ist das kein Wunder", sagt Architekt Wolfgang Mück. "Eine Person gibt in 24 Stunden über Haut und Atmung ein bis zwei Liter Wasser ab." Der Experte des Österreichischen Instituts für Baubiologie und -Ökologie - er ist spezialisiert auf den Bau ökologischer und gesunder Häuser - hat in den vergangenen 20 Jahren 1500 Schimmelberatungen durchgeführt.

Schimmelsporen sind ständig in der Luft. Damit sie sich an der Wand festsetzen können, sind zwei Voraussetzungen notwendig: Hohe Luftfeuchtigkeit und Stellen an den Wänden, die kühl genug sind, dass eine Luftfeuchtigkeit von über 75 % entsteht (kühle Luft kann weniger Wasser tragen). "In sehr vielen Fällen kann durch ein geändertes Verhalten in der Wohnung das Problem entschärft werden, auch wenn Wärmebrücken, die die Wärme ins Freie leiten, nicht ohne hohen Aufwand zu beseitigen sind", sagt Mück.

Hygrometer:
Die relative Luftfeuchtigkeit sollte nicht mehr als 40 bis 60 Prozent betragen. Die Anzeige sollte regelmäßig überprüft werden: "Am besten, man schlägt das Hygrometer in ein feuchtes Tuch ein - nach einigen Minuten müsste die Nadel 100 Prozent anzeigen."

Duschen, Baden:
Mit jedem Duschen wird ein halber bis dreiviertel Liter Wasser als Wasserdampf abgegeben. "Viele Leute wollen, dass sich nach dem Duschen oder Baden die warme Luft auch auf andere Räume verteilt und öffnen die Badezimmertür - doch das ist einer der häufigsten Fehler", so Mück. Denn der Wasserdampf kondensiere dann an den kältesten Stellen der Wohnung -"sehr oft im Schlafzimmer an ' der Außenwand hinter einem Kasten". Mücks Tipp: Nach dem Duschen oder Baden die Badezimmertür geschlossen lassen und den Ventilator einstellen: "Auch bei geschlossener Tür wird so ausreichend Luft angesaugt." Ist ein Fenster im Bad, sollte man lüften.

Wäschewaschen:
Beim Trocknen nach dem Waschen gibt eine Trommelladung zirka drei Liter Wasser an die Luft ab. "Wem im Winter das Trocknen auf dem Balkon zu lange dauert, der sollte den Wäscheständer ins Bad stellen und dabei den Ventilator laufen lassen." o Lüften: "In neuen Häusern und bei neuen Fenstern beträgt der Luftaustausch nur noch ein Fünftel bis ein Zehntel im Vergleich zu alten Fenstern. Da reicht ein Lüften in der Früh und am Abend nicht mehr aus. Ich rate, mehrmals täglich kurz quer zu lüften." Auch an nassen Wintertagen ist die kalte Außenluft trockener als die warme Innenluft, weil bei höheren Temperaturen die Luft mehr Wasser aufnimmt. Je kälter es ist, umso schneller wird die Luft ausgetauscht.

Neubauten:
Können in den ersten ein bis zwei Jahren verstärkt Baufeuchte aus den Baumaterialien abgeben. Deshalb sollte man besonders häufig lüften.

Schimmelentfernung:
"Von Mitteln mit Chlorzusatz rate ich aus gesundheitlichen Gründen ab", so Mück. Zu empfehlen seien Schimmelentferner auf Tensidbasis: "Tenside können den Schimmel aus der Wand lösen." Bewährt hätten sich auch Heißluftpistolen bzw. ein Abbrennen mit Lötlampen.

Wandanstriche:
Die Zellulose in Rauhfasertapeten ist ein idealer Nährboden für Schimmel. "Schimmel abweisend sind alkalische Kalk- und Innenwand-Silikatanstriche." Um ihre abweisende Wirkung zu behalten, müssten sie aber regelmäßig erneuert werden.

Innen-Wärmedämmung:
Eine Notlösung für kalte, schlecht gedämmte Außenwände. Um eine freie Luftzirkulation zu ermöglichen, sollten Kästen von solchen Wänden mit einem Abstand von fünf bis zehn Zentimetern aufgestellt werden.

Beschlagene Fenster:
In diesem Fall ist das Fenster die kühlste Oberfläche im Raum. Muck: "Fetzen, mit denen man Scheiben trocken wischt, sollte man nicht über die Heizkörper in den betroffenen Zimmern hängen: Dadurch kommt die Feuchtigkeit wieder in die Luft."

 

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© by Architekt DI. Wolfgang Mück - Wien / Österreich