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Staatlich befugter und beeideter Ziviltechniker

 

 

 

Inhalt:
Aufgaben
Physikalische Werte
Rohstoff, Anwendung, gesundheitl. Wirkung
Ökologische Amortisation
 
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Niedrigenegiehaus - Passivhaus
Wärmebrücken
 
Schäden:
Feuchte Mauern. Trockenlegung
Schimmel
Pilzbefall, Hausschwamm
 
Leistungen
Bauberatung
Planung
Gutachten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Auswirkung der Dämmstärke
auf den U-Wert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Energetisch - ökologische Amortisation
von Dämmstoffen
(2)

 

 

 

 

Architekt Dl.Wolfgang Mück
A-1190 Wien, Billrothstr.29 - Tel/Fax :43-1-3690203

Start > Baustoffe und Bautechnik> Dämmstoffe  

Baustoffe- und Bautechnik
Dämmstoffe


Kokosfaser und Naturkork (1)


Dämmstoffe zählen zu den wichtigsten Bauelementen für das energiesparende Bauen

AUFGABEN
Im Bauwesen werden Dämmstoffe hauptsächlich für zwei Aufgabenbereiche angewendet:

  • Wärmedämmung
  • Schalldämmung
Dämmstoffübersicht
Künstliche
Dämmstoffe
Nachwachsende
Dämmstoffe
Künstliche
Mineralfasern
Anorgan. Dämmstoffe
Geschäumte organ. Dämmstoffe

Zellulose-
Holzdämm-
stoffe

Pflanzl.
+ tier. Dämmstoffe
Glaswolle
Blähglimmer
Expandiertes Polystyrol (EPS)
Holzweich-
faserplatte
Baumwolle
Steinwolle
Blähperlit
Extrudiertes Polystyrol (XPS)
Holzwolle-
leicht-
bauplatte
Flachs
Blähton
Polyurethan-schaum (PU)
Zellulose-
faser
Hanf
Schaumglas
Kokos
Kork
Schafwolle
Schilf
Stroh

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BAUPHYSIKALISCHE WERTE
Nicht jeder Dämmstoff ist für alle Einsatzbereiche geeignet. Wichtige Dämmstoffeigenschaften sind:

  • Raumgewicht
  • Wärmeleitfähigkeit
  • Speicherfähigkeit
  • Feuchteeigenschaft
  • Dynamische Steifigkeit (Schallschutz)
  • Brennbarkeitsklasse

 

 
Rohdichte

[kg/m3]
Wärmeleit-fähigkeit
[W/mK]
spez. Wärme-kapaz.
[kJ/kgK]
Diffus-sions-wider-stand
Brennbar- keitsklasse
Künstliche Mineralfaser
Glaswolle
20-153
0,039-0,040
0,84
1-2
A
Steinwolle
27-149
0,039-0,040
0,84
1-2
A
 

Anorganische Dämmstoffe

Blähglimmer (x)
60-180
0,065-0,070
0,88
3-4
A1
Blähperlit
85-145
0,044-0,053
1
1-3,5
A-B1
Blähton (x)
300-700
0,10-0,16
-
1-8
A1
Schaumglas (Platte)
120
0,042
1,1
dampf- dicht
A1
Schaumglasgranulat (Schüttung)
170
0,075-0,0085
0,85
-
A1
Vakuumdämmplatten (Alu / Kieselsäure) 170-190 0,005 neu-
0,02 belüft.
-
-
A1, A2
 
Geschäumte organische Dämmstoffe
Expandiertes Polystyrol (EPS)
11-25
0,032-0,044
1,5
20-80
B1
Extrudiertes Polystyrol (XPS)
45
0,032
1,5
80-200
B1
Polyurethanschaum (PU)
30
0,025-0,30
1,2
60-dicht
B2
Resolhartschaum (Bakelit)
40
0,022
-
35
B1
 
Zellulose- Holzdämmstoffe
Holzweichfaserplatte
160-170
0,045
2,1
5-10
B2
Holzwolleleicht- bauplatte
400-800
0,09-0,15
2,1
4-7
B1
Zellulosefaser
55-75
0,040
1,7-1,9
1,5-2
B1-B2
 
Planzliche und tierische Dämmstoffe
Baumwolle (x)
20-40
0,040
0,84
1-2
B2
Flachs
30
0,040
1,3
1
B2
Hanf (x)
150
0,065
-
-
B2
Kokos
50-90
0,045-0,50
1,6
1
B2-B3
Kork
120
0,045
1,67
18
B2
Schafwolle
30-138
0,040-0,042
0,96
1-2
B2
Schilf
225
0,055
1,2
2
B2 (x)
Stroh (x)
150
0,056-1,13
-
1-1,5
B2

Wichtige bauphysikalische Begriffe

Wärmeleitfähigkeit (Lambda-Wert):
Die Fähigkeit eines Baustoffes die Wärme zu leiten. Sie gibt an, welche Wärmemenge pro Sekunde (J/s=W) durch 1 m2 einer ein Meter dicken homogenen Schicht bei einer Temperaturdifferenz von 1 K (=1°C) fließt. Je kleiner die Wärmeleitfähigkeit, desto besser die Wärmedämmwirkung eines Baustoffes.

Wärmespeicherung (S):
Ist das Produkt aus Materialrohdichte [kg/m3] und der spezifischen Wärmekapazität [kJ/kgK]. Das tatsächlich wirksame Speichervermögen resultiert aus hoher spezifischer Wärmekapaziät, hoher Rohdichte, hoher Wärmeleitfähigkeit und der oberflächennahe Lage der Stoffe, die nicht durch Luftschichten getrennt sind.

Wasserdampdiffusionswiderstand (µ-Wert]:
Die Diffusionswiderstandszahl µ gibt an, wieviel Mal größer der Dampfdiffusionswiderstand eines Stoffes ist, als der entsprechende Kennwert einer gleich dicken Luftschicht bei gleicher Temperatur. Luft (µ=1]. Je kleiner der µ-Wert, desto diffusionsoffener der Stoff.

Werte nach:
Öst. Institut f. Baubiologie; Ökologischer Bauteilkatalog, Springer; 1999
(x) nach Bruck, Schneider
; Naturbaustoffe; Werner, 1998

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ROHSTOFFE, ANWENDUNG
UND GESUNDHEITLICHE WIRKUNG

Rohstoffe
Anwendung
Gesundheitl. Wirkung
Künstliche Mineralfaser
Glaswolle
Glaskomponenten wie Quarzsand, tw. Altglas Bindung durch Phenolformal-dehydharze, div. Zusätze. nahezu alle Anwendungs-bereiche, Fassade, Wände, Böden, Schallschutz, nicht brennbar (A) Freisetzung von lungengängigen Fasern. Hautreizungen, Staubschutz-maßnahmen erforderlich,
Steinwolle
Mineralische Rohstoffe (Diabas, Basalt..) Bindung durch Phenolformal-dehydharze, div. Zusätze. wie Glaswolle wie Glaswolle

Anorganische Dämmstoffe

Blähglimmer
Aufgeblähter Glimmer. Korngröße 0-15 mm Schüttmaterial für Decken (Wand,Dach), nicht brennbar (A) keine neg. Wirkungen
Blähperlit
Expand. Perlitgestein Korngröße 0-7 mm. Hydrophobierung mit Silikone, bzw. Bitumen Schüttmaterial für Decken (Wand,Dach), Mörtel-Putz-zuschlag, nicht brennbar (A-B1) feuchteregulierend, Staubentwicklung bei Verarbeitung, bei bitum. Perliten Aromate (Brand) möglich
Blähton
Gebläht und gebrannter Ton .Korngröße 0-20 mm

Schüttmaterial für Decken (Wand,Dach), Mörtel-Putz-zuschlag, nicht brennbar (A)

Staubentwicklung bei Verarbeitung, sonst gesundheitlich unbedenklich
Schaumglas
Glasrohstoffe und Altglas. Blähmittel Kohlenstoff Dämmung unter Sohlplatte, Umkehrdach, dampfdicht, unverrottbar, nicht brennbar (A) Dämpfe bei Verarbeitung mit Bitumen und PAK (1) möglich

Geschäumte organische Dämmstoffe
Expandiertes Polystyrol (EPS)
Aufgeschäumtes Polystyrolgranulat. Heißdampf-verklebung zu Formteilen Wärmedämm-verbundsystem, Schüttmaterial, Mörtel-Putzzuschlag, brennbar (B1) bei Brand und Heißdraht-schneiden Styrolfreisetzung. Qualmbildung
Extrudiertes Polystyrol (XPS)
Aufgeschmol-zenes Polystyrol-granulat und mit Treibmittel aufgeschäumt Perimeter-dämmung, Umkehrdach, feuchte-unempfindlich, brennbar (B1) bei Band Styrolfreisetzung, Qualmbildung. Bei Altprodukten (H)FCKW Freisetzung
Polyurethan- schaum (PU)
Polyisocyanate mit Treibmittel und Zusätzen aufgeschäumt Perimeter-dämmung, Umkehrdach, Rohrschalen, feuchteunem-pfindlich, brennbar (B2) bei Brand Qualmbildung und Freisetzung vieler toxischer Gase.

Zellulose- Holzdämmstoffe
Holzweich- faserplatte
Zerfaserte Reste von Nadelhölzern Dach, Fußboden, Trittschall-schutz. brennbar (B2) Holzstaub, nichtbitum. Platten im Innenraum unbedenklich
Holzwolle-
leichtbauplatte
Holzwolle mit Magnesit oder Zementbindung Dämmstoff, Putzträger, Speicher-vermögen brennbar (B1), bei Verarbeitung Staubentwic-lung, sonst gesundheitlich unbedenklich
Zellulosefaser
Zellulosefaser aus Altpapier oder Holz mit Borsalz

Schüttstoff und Platten Dach, Wand, Decke, setzungssicher, brennbar (B1-B2)

Staubentwicklung bei Einblasen, Staub-schutzmaßnahmen erforderlich, sonst gesundheitlich unbedenklich

Planzliche und tierische Dämmstoffe
Baumwolle
Wolle aus Baumwoll-staude (Malven-gewächs) Matten für Dach, Wand, Decke, Stopfwolle, brennbar (B2) bei Verarbeitung Staubentwicklung, ohne Pestizid-behandlung gesundheitlich unbedenklich
Flachs
Fasern aus Stengel aus Flachs oder Lein Matten für Wand, Dach Decke. Stopfwolle. verrottungs-beständig, brennbar (B2) bei Verarbeitung Staubentwicklung, sonst gesundheitlich unbedenklich
Hanf
Fasern aus Stengel aus Hanf Matten für Wand, Dach. Schütt- und Stopfwolle. brennbar (B2) bei Verarbeitung Staubentwicklung, sonst gesundheitlich unbedenklich
Kokos
Fasern der Kokosnußhülle Stopfwolle, Filze, Trittschall-dämmung, feuchtebeständig, verrottungs-beständig, brennbar (B2-B3) gesundheitlich unbedenklich
Kork
Rinde der Korkeiche mit eigenen Harzen gebunden Platten für Fassade, Wände, Decken, Dach, Schüttungen, feuchtebeständig, brennbar (B2) bei minderwertigen Korken Belastung durch PAK möglich, sonst gesundheitlich unbedenklich
Schafwolle
Haare (Wolle) von Schafen. Mottenschutz mit Borax oder Harnstoffderivat Matten für Dach, Wände und Decken, Stopfwolle, Trittschall-dämmung, brennbar (B2) Hautreizungen möglich, sonst gesundheitlich unbedenklich
Schilf
getrocknete Schilfpflanzen Schilfdämmplatten. Putzträger, Schilfdeckung verrotungs-beständig, brennbar (B2)
gesundheitlich unbedenklich
Stroh
Roggen- und Weizenstroh, Preßstroh mit Leimbindung Strohdeckung, Strohfaserplatte, brennbar (B2) gesundheitlich unbedenklich
1) PAK - polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe

Quelle:

Bruck, Schneider; Naturbaustoffe; Werner, 1998
Huber, Müller, Oberländer; Das Niedrigenergiehaus, Kohlhammer, 1996
Öst. Institut f. Baubiologie; Ökologischer Bauteilkatalog, Springer; 1999

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ÖKOLOGISCHE AMORTISATION

Dämmstoffe weisen eine gute energetische Amortisation auf. Das bedeutet, das die Energie für ihre Herstellung wesentlich geringer ist, als die Energieeinsparung während der Nutzungsphase. Ihr Einsatz ist deshalb grundsätzlich sinnvoll. Die Energieamortisation von Dämmstoffen liegt im Bereich einiger Monate.

Ist eine weitere Erhöhung der Wärmedämmung eines schon gedämmten Gebäudes sinnvoll?
Prinzipiell ja. Bei hohen Dämmstoffstärken fällt durch die größere Masse die höhere Herstellungsenergie von künstlichen Dämmstoffen stärker ins Gewicht. Naturnahe Dämmstoffe weisen hingegen eine zeitlich frühere energetische Amortisation auf.


Bildnachweis:
(1) Photo: W.Mück
(2) Ranft F.; DBZ 10/96

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© by Architekt DI. Wolfgang Mück - Wien / Österreich