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Fassadengestaltung
mit TWDVS - dunkle Felder sind Kapillarplatten(2)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

Architekt Dl.Wolfgang Mück
A-1190 Wien, Billrothstr.29 - Tel/Fax :43-1-3690203

Start > Baustoffe und Bautechnik> Transparente Wärmedämmung  

Baustoffe- und Bautechnik
Transparente Wärmedämmung (TWD)


Fassadenbekleidung
Transparente Wärmedämmung (1)

 

Transparente Wärmedämmung ist gleichzeitig Wärmedämmung und solare Energienutzung.

Warum dämmen wir unsere Altbauten und vernachlässigen die Sonneneinstrahlung zur Hauserwärmung?
Seit über einem Jahrzehnt werden intelligente Wärmedämmungen entwickelt, die nicht nur die Wärmeverluste des Gebäudes verringern, sondern auch die solaren Gewinne dem Haus nutzbar machen. Besonders Altbauten, mit oft wenig südorientierten Fensterflächen und hohen Speichermassen sind prädestiniert für diese solaraktive Wärmedämmung.

FUNKTIONSWEISE
Herkömmliche Wärmedämmungen, auch opake (lichtundurchlässige) Dämmungen genannt, reduzieren die Transmissionsverluste, behindern jedoch die auftreffende Solarstrahlung.

Transparente Wärmedämmung (TWD) leitet in hohem Maße die Solarstrahlung durch die Dämmschicht auf die dunkle Hauswand (Absorber) und speichert sie in der Mauermasse. Die Außenwand dient dabei als thermischer Speicher, die zeitverzögert die aufgenommene Wärme an die Innenräume abgibt. Diese um Stunden verzögerte Wärmewiedergabe in die Innenräume ist komfortabel, da die Tageswärme in die Abend- und Nachtstunden verschoben wird. Nach außen wirkt die TWD wie eine übliche Wärmedämmung und reduziert den Wärmeabfluß.

Das Prinzip der TWD verwenden Eisbären schon lange:
Das Fell entspricht der üblichen Wärmedämmung, die Haare leiten das Sonnenlicht hindurch auf die Haut, welche schwarz ist und die Wärme absorbiert .

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WIRKUNG

Bisher ausgeführte Beispiele zeigen das die Einsparung durch solare Strahlungsgewinne bis um den Faktor 4 größer sind, als mit opaker (herkömmlicher) Wärmedämmung ausgestattete Gebäude.

Vorrangig ist jedoch die Komfortsteigerung der thermischen Behaglichkeit in den angrenzenden Räume zu erfahren. In dieser Hinsicht sind TWD - Systeme als großflächige Niedertemperatur-kollektoren zu betrachten, die raumseitig ähnlich Wandheizungen erfahren werden.

Die Unterschiede der TWD-Systeme sind mitunter beträchtlich und bedürfen sorgfältiger Planung und Bemessung. Energieeinträge von über 100 kW/m2a sind jedoch möglich.

Durch die geometrische Struktur der Kapillarröhrchen werden im Winter hohe Energiemengen an die Außenwand (Absorber) herangeführt. Im Sommer hingegen werden durch Lichtlenkung / Verschattung nur geringe Energiemengen aufgenommen. Trotzdem kann es bei unsachgemäßem Einsatz und Systemkonzeption zu unerwünschten Erwärmungen im Gebäude in der warmen Jahreszeit kommen. Für die Mehrzahl der Paneelsysteme werden starre oder manuell bedienbare Beschattungsvorrichtungen im Außenbereich eingesetzt.

Durch die großflächige Fassadenanwendung ist die gestalterische Planung und Ausführung unbedingt in die Hände eines erfahrenen Architekten zu legen. Viele Beispiele zeigen, daß TWD eine Fassade ästhetisch bereichern kann. Besonders im Altbau werden Putzfelderin TWD-Verbundsystem mit "glasartigen" Putz ausgeführt und steigern die Erscheinung Ihres Hauses.

Besonders Altbauten eigenen sich meist hervorragend für den TWD-Einsatz. Bedingt durch relativ geringe Fensterflächen können nur bescheidene Solargewinne erzielt werden. Gerade hier kann die TWD Abhilfe leisten. Die meist hohen Speichermassen der Außenwände sind vorzügliche thermische Speicher. Bei günstiger Anordnung können Gebäude frostsicher gehalten werden. Dies ist im Zweithausbereich mit langen Abwesenheitsintervall Voraussetzung für eine schadensfreie Wasserversorgung und geringe Mauerfeuchte. Dabei wird wichtige Heizenergie für das Temperieren eingespart.

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TWD-SYSTEME

Die Entwicklung der TWD-Systeme und Materialien ist nicht abgeschlossen und Innovationen und System-Verbesserungen sind möglich.
Andererseits beeinflußt die konsequente Dämmstärken-Erhöhung bis hin zum Passivhaus - Standard, sowie die preiswerteren, "herkömmlichen" Dämmstoffe die Nachfrage nach TWD negativ. Es mehren sich die Berichte, dass manche Hersteller Ihre Produktion in diesem Bereich reduzieren, oder ganz eingestellen.

Generelle Systemvarianten

  • Vorgehängte TWD-System -Paneele mit Beschattung
  • Transparente Wärmedämmverbundsysteme (TWDVS)
  • Lichtlenksysteme

Übersicht ausgewählter TWD-Systeme
(In den letzten Jahren werden einige Produkte nicht mehr angeboten - Stand 04.2010)

siehe auch "Fachverband Transparente Wärmedämmung"

System/Hersteller Systemaufbau (außen - innen)
1
KAPILUX /
OKALUX Kapillarglas GmbH. (D)
(Marktpräsenz unsicher)
ESG-Glas 6 mm
Luftspalt
PMMA-Kapillarplatte 40-120 mm
ESG-Glas 6 mm
2
LES-Paneel /
L.E.S. GmbH (D)
(Marktpräsenz unsicher)
ESG-Glas 4 mm
Luftspalt
Polycarbonat-Wabenplatte 40-100 mm
ESG-Glas 4mm
3
IPAWALL /
BASF AG.(D), Interpane (A)
(Marktpräsenz unsicher)
ESG-Glas 6 mm
Aerogelgranulat 20-40 mm
ESG-Glas 4mm
4
Moniflex /
COLT International GmbH
(Marktpräsenz unsicher - eingestellt 2008)
PC-Stegplatten 6-16 mm Wellstruktur Cellulose-Acetat 20-60 mm
PC-Stegplatten 4-6 mm
5

HELIORAN /
SCHOTT Rohrglas GmbH (D)

(Marktpräsenz unsicher)

ESG-Glas 5-8 mm
Luftspalt 3-6 mm
Glasröhrchen-TWD 80 mm ESG-Glas 5-8 mm
6
Sto Therm Solar / Sto AG. (D) PU-Glasputzabdeckung
Glasvlies
Polycarbonat-Kapillaren (Gesamtstärke 80-140 mm)
7
Papierwaben /
Energie Systeme
gap-solar GmbH (A)
ESG-Glas
Hinterlüftung
absorbersenkrechte Kartonwaben 110 mm

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TECHNISCHE WERTE
Die einzelnen Systeme weisen stark differierende Kennwerte auf.

  • Hohe Paneelgewichte benötigen entsprechend sturmfeste und dauerhafte Mauerverbindungen,
  • Kunststoffe und Kartonwaben sind brennbar (B1, B2), Glas ist unbrennbar (A),
  • je geringer der Wärmedurchgangswert (U-Wert), desto größer der Dämmschutz,
  • je größer der diffuse Gesamtenergie-durchlaßwert (g diff), desto höhere Solargewinne lassen sich erzielen.

System / Hersteller
Gesamt-stärke
[mm]
Gewicht
[kg]
Brandklasse/
Temperatur. beständigkeit TWD [C°]
U-Wert
[W/m2K]
gdiff [%]
1
KAPILUX /
OKALUX Kapillarglas GmbH. (D)
102
34
k.A.
90°
0,9
57
2
LES-Paneel / L.E.S. GmbH (D)
108
27
k.A.
160°
08-0,9
64
3
IPAWALL /
BASF AG,(D) Interpane(A)
40
27
k.A.
400°
0,7
38
4
Moniflex / COLT International GmbH
60
5
B1
100°
0,7
37
5
HELIORAN
/ SCHOTT Rohrglas GmbH (D)
98
33
(A)
500°
1,1
68
6
Sto Therm Solar / Sto AG. (D)
100
4
B2
k.A.
0,8
50
7
Papier-waben / Energie Systeme Aschauer (A)

ca.
120
k.A.
B2
150°
1,0
13

Werte nach Kerschbaumer A.; Transparente Wärmedämmung; Bauverlag; 1998

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EMPFEHLUNGEN

Kriterien Anmerkungen
Klima Höhere solare Erträge in kalten und sonnigen Lagen (nebelarm!).
Leitfähigkeit Je größer der Wärmedurchgangswert (U-Wert) der Wand, desto besser der solare Wirkungsgrad. Schwere (ungedämmte) Wände aus Vollziegel, Bruchsteinmauerwerk, Betonwände... sind Leichtbau-konstruktionen vorzuziehen.
Speichermasse Hohe Speichermassen sind günstig um Überhitzungseffekte zu dämpfen. Besonders Außenwände von Altbauten weisen in der Regel hohe Wandspeichermassen auf.
zeitverschoben Außenwände mit hohen Speichermassen geben die eingestrahlte Sonnenenergie zeitverschoben in den Abend- und Nachtstunden ab.
Energiegewinn Höchste Solargewinne sind auf Südseiten zu erzielen. Aber auch unbeschattete Ost- und Westfassaden weisen positive Energieeinträge auf.
Komfort Der thermische Komfort in Räumen, die an TWD-gedämmten Außenwänden anschließen wird erheblich gesteigert.
Planung TWD erfordert Fachplanung. Abstimmung von Lage, TWD-System, solare Standort, Beschattung, Baukörper, Wandkonstruktion und Baumasse, Überwärmungsabschätzung. Fassadengestaltung.

Bildnachweis:
(1) Zeichnung: © Othmar Humm, Oerlikon Journalisten, Zürich, 1998
(2) Langer H.; Transparente Wärmedämmung eine Technik reift, DBZ 09/99,
S93

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© by Architekt DI. Wolfgang Mück - Wien / Österreich