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Baustoffe-
und Bautechnik
Pilze,
"Echter Hausschwamm"

Frischer "Echter
Hausschwamm" auf Mauerwerk
neben Holztürstock ca. 15 cm groß
Pilze können die Haussubstanz nachhaltig gefährden.
Zusammen mit Insektenbefall werden etwa zwei Drittel aller Holzschäden
durch sie verursacht. Sie werden umgangssprachlich auch als "Mauerschwamm"
bezeichnet. Pilze können unter günstigen
Bedingungen ganze Häuser durchwachsen, schädigen und letztlich
zerstören.
Die
Schädigung von statisch tragenden Holzbauteilen erfordert in gewissen
Fällen den Einsatz von bekämpfenden chemischen Holzschutz. Durch
Pilzangriff kann die Holzschädigung soweit fortgeschritten sein,
daß die statische Tragfähigkeit gefährdet und zu überprüfen
ist. Es ist im Einzelfall zu entscheiden, inwieweit gesundheitlich - ökologische
Gesichtspunkte im Verhältnis zu chemischen Holzschutzmaßnahmen
stehen. Pilzbekämpfungen können hohe Sanierunskosten verursachen.
Dazu zählen umfangreicher Bauteilabbruch, die eigentliche Pilzbekämpfung,
Dekontamination von Einrichtung und Täfelungen, sowie begleitende
bauliche Maßnahmen wie Trockenlegung, Erneuerungsarbeiten, Installationssanierung,
etc.
Pilzberatung
und Entfernung erfordert grundsätzlich die Beauftragung eines qualifizierten
Fachmanns und die Sanierung durch einen Fachbetrieb. Befallenes Holz ist
thermisch zu entsorgen (Gefahr von Neukontamination!)
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WELCHER
PILZ?
Die Pilzbestimmung ist Voraussetzung für Ausmaß
und erfolgreiche Bekämpfung.
| Pilzart |
Vorkommen |
| Echter
Hausschwamm |
Häufigster
Pilz im Altbau. Häufig im Keller und nicht unterkellerten Erdgeschoßräumen.
Benötigt nur geringe Feuchte! |
| Brauner
Kellerschwamm |
Vorwiegend
Nadelholz. Meist Keller und nicht unterkellerte Bereich. Hohe Feuchte
erforderlich. |
| Weißer
Porenschwamm |
Häufig
mit Braunen Kellerschwamm. Feuchte Neubauten und Altbauten. Befall
von Balkenköpfen. |
| Moderfäulepilz |
Ständig
hoch durchfeuchtetes Holz, wie Hölzer mit Erdkontakt , häufig
bei Dachschäden im Dachstuhl. |
Tabelle: Auswahl wichtiger
holzzerstörender Pilze
Unter
den holzzerstörenden Pilzen nimmt der Echte Hausschwamm eine Sonderstellung
ein. Im Gegensatz zu den anderen Pilzen besitzt er die Fähigkeit
auch trockenes, "gesundes" Holz zu befallen. Mit Hilfe seiner
Pilzfäden (Stränge)
leitet er das notwendige Wasser über oft meterweise heran. Bei
seiner Ausbreitung durchwächst er auch Mauerwerk aus
Ziegel und Leichtbeton.
Wachstum und Ausbreitung
des Hausschwammes:
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Sichtbarer
Zuwachs des Fruchtkörpers in 28 Tagen!
Unsichtbar ist der fortgeschrittene Befall innerhalb der Ständerkonstruktion.
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BAULICHE
SCHADENURSACHE
Die Feststellung des baulichen Mangels zählt zu den
Schlüsselfragen der Pilzsanierung.
| Art |
Anmerkungen |
| Fehlende
oder falsche Feuchte-abdichtung |
Fehlende
oder konstruktiv falsch eingebaute Feuchteabdichtung, z.B. Schwellen
bei Holzhäusern, mangelhafte Anschlüsse bei Terrassen.
Häufig sind feuchte Keller im Altbestand Ausgangspunkt für
Pilzbefall. |
| Dachent-wässerungen |
Direkte
Wasserableitung von der Dachfläche bzw. über Abfallrohr
unmittelbar ins Erdreich neben Gebäude. |
| Dachschäden |
Langzeitig
einsickerndes Wasser über undichte Dachhaut mit Schädigung
der Dachkonstruktion, Mauerbank.. |
| Undichte
Installation, Sanitäreinbauten |
Bruch,
Risse von Installations-leitungen, Undichte Anschlüsse von Sanitäreinbauten |
| Kamine |
langzeitiger
Feuchteeintrag über ungenutzte Fänge |
| Installations-schächte |
Feuchteeintrag über unkontrollierte Installationsschächte,
Kondensatsfeuchteschäden |
|
Holzeinbau mit Erdkontakt |
Holz
mit direkten feuchten Erdkontakt (Maste, Zäune..) |
| Undichtigkeiten
Fensterbereich |
Undichte
Wetterschenkel, undichte Verbindung zw. Stock und Mauer |
|
Beläge auf Altböden |
Feuchtesperrende
Beläge auf Holzböden wie Kunststoffbeläge, Melaminholzböden.. |
| Konstruktiver
Holzschutz |
Mangelnder
konstruktiver Holzschutz bei Balkonstützen, Balkongeländer,
Gartenzäune.. |
| Lagerung |
Einlagerung
von Holzmaterial und Möbel in feuchtem Milieu |
| Überschwemmung,
Wasserschaden |
Überschwemmung,
oder erhöhtes Grundwasser. Ungenügende Trocknung nach Wasserschäden
aller Art, insbesondere bei Holzbauten. |
Tabelle: Auswahl häufiger
Schadensursachen
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SANIERUNGSKONZEPT
Die Sanierung eines Pilzschadens ist abhängig von
Schadensursache und Pilzart. Die Ausführung der Bekämpfungsmaßnahmen
sind gemäß ÖNORM 3802-2 durchzuführen. Bei Einsatz
von chemischen Maßnahmen sind zugelassene Produkte des Prüfausschusses
für Holzschutzmittel anzuwenden.
Im
wesentlichen sind folgende Sanierungsschritte durchzuführen:
- Genaue Analyse der Schadensursache
- Genaue Ermittlung des Pilzbefallausmaßes
- Umfassende Entfernung des Pilzes, des befallenen Holzes,
sowie bei Bedarf der chemischen Pilzbekämpfung
- Bauliche Sanierung der Feuchteursache
Dabei ist zu beachten,
- daß die beabsichtigten Bekämpfungsmaßnahmen dem
Schadensbild angemessen ausgewählt werden,
- daß besonders bekämpfende Holzschutzmittel stark toxisch
sind, und ihr Einsatz und Anwendungsausmaß in Aufenthaltsbereichen
auf ein Mindestmaß reduziert werden müssen,
- daß
übersehene Myzelstränge neuerliche Quelle für einen Neubefall
darstellen können.
- daß Pilzbefall, sowie durchgeführte Pilzbekämpfungen
bei Immobilienverkauf anzuführen sind.
EMPFEHLUNGEN
Holzanwendungsbereiche
Gefährdungsklassen
für Holzbauteile (1)
|
Gefähr-dungs-klasse
|
Holz-feuchte
|
Befall-
Risiko
|
|
0
|
unter
10%
|
keine
|
|
1
|
unter
20%
|
Insekten
|
|
2
|
zeitweise
über 20%
|
Pilze
und Insekten
|
|
3
|
häufig
über 20%
|
Pilze
und Insekten
|
|
4
|
ständig
deutlich über 20%
|
Pilze,
Moderfäule und Insekten
|
Gefährdungsklassen
für Holzbauteile
Quelle: ÖNORM
B3802-2 Anhang A (informativ), 1998
| Maßgebend
für die Sanierungsmaßnahmen ist die ÖNORM 3802-2. |
| Bei
chemischen Maßnahmen sind entsprechende Hinweise auf die durchgeführten
Maßnahmen, sowie auf die Feuer- und Gesundheitsgefährdung
anzubringen. |
| Pilzbefall
ist immer mit erhöhter Holzfeuchte verbunden. Um diese zu vermeiden
sind alle Möglichkeiten des konstruktiver Holzschutz und der
ausreichende Belüftung auszuschöpfen. Vorbeugender chemischer
Holzschutz ist grundsätzlich nur für tragende und aussteifende
Konstruktionen sinnvoll. |
| Bekämpfender
chemischer Holzschutz bedeutet Umgang mit toxisch wirkungsvollen Produkten,
die die Gesundheit der Verarbeitenden und der Bewohner gefährden
kann. |
| Befallenes
Holzes, mit Schutzmittel behandeltes Holz dürfen nicht im Freien
oder im Ofen verbrannt werden. Diese müssen wie Holzschutz-mittelgebinde
und -reste von der Fachfirma vorschriftsgemäß entsorgt
werden. |
| Sanierungen
beschränken sich in der Regel nicht allein auf die Pilzbekämpfung,
sondern erfordern meist eine Sanierung der Bausubstanz / Tragkonstruktion
und Verbesserung der haustechnischen Systeme. Umfangreiche Fachkenntnisse
der Bauphysik, Baukonstruktion und Pilzbekämpfung sind erforderlich. |
| Mit
der Bekämpfung von Schwammschäden sollte grundsätzlich ein erfahrener
Fachmann (Gutachten), sowie für die Bekämpungsmaßnahmen
ein qualifizierter Fachbetrieb beauftragt werden, da die Gefahr des
Wiederauflebens außerordentlich groß ist. |
0043
- 01 - 369 02 03
Bildnachweis:
1) ÖNORM B3802-2 Anhang A (informativ), 1998
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©
by Architekt DI. Wolfgang Mück - Wien / Österreich
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