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Baustoffe-
und Bautechnik
Fenster
und Glas

Fenster als Raumgestaltung
Planung W.Mück
Fenster sind wichtige Gestaltungselemente von Gebäuden. Ihre Anordnung
gestaltet und verleiht der Fassade Ausdruck.
Der
Einsatz von "neuen Fenstern" spart ökologische Ressourcen und ist
somit sinnvoll . Andererseits werden aufgrund hochwirksamer Abdichtungen
der Luftwechsel strak reduziert, so daß begleitende Maßnahmen, wie
z.B. Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung und hygienische Standards
der Innenraumluft im Hochbau berücksichtigt werden müssen.
AUFGABEN
- Durchsicht
Witterungsschutz
- Energetischer
Schutz (Wärmegewinne
erhalten, Lichttransmission)
- Sonnenschutz
- Schallschutz
In
der Bauphysik dienen Fenster der Belichtung, der Belüftung und dem klimatischen
Ausgleich von Räumen. Nicht nur die signifikanten, wärmetechnischen Verbesserungen
der Gläser und der Rahmenabdichtung sind hier anzuführen, sondern auch
die Bereiche der Lichtlenkung, des Sonnenschutzes und der Ausführungen
von "intelligenten" Klimafassaden.
RAHMENWERKSTOFFE
Die
Rahmenfläche von Fenstern beträgt rund 15-30% der Gesamtfläche.
Um
beachtliche Wärmebrücken bei hoch gedämmten Häusern
zu vermeiden, muß der Rahmenwerkstoff der hohen Glasdämmung
von 0,4-1,1 W/m2K entsprechend angepaßt sein. High-tech Profile
werden mit Dämmeinlagen ausgeführt.
Übersicht wichtiger Rahmenmaterialien:
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U
[W/m2K]
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Eigenschaften
|
| Aluminium |
5,8
(nicht getrennte Profile)
2,8-3,5 (getrennte Profile)
|
Hohe
Nutzungsdauer, geringer Wartungsaufwand. Hoher Primärenergieaufwand,
günstiger bei Recyclingaluminium. Isolierstege und Aufschäumen
verbessern die ungünstigen Dämmeigenschaften. (Kondensatgefahr
im Rahmenbereich) |
| Kunststoff
PVC |
1,4-2,3
|
Geringer
Wartungsaufwand wegen ihrer porengeschlossenen Oberfläche . Stahlverstärkungen
bei größeren Fenstern gegenüber Winddruck. Helle Farben sind aufgrund
der geringen Längendehnung vorteilhaft. Recycling erst in Ansätzen
vorhanden. |
| Kunststoff
PU |
0,5-1,6
|
PUR-Profile
besitzen im Randbereich höhere Dichten und müssen mit Stahl- bzw.
Alueinlagen verstärkt werden. Die Oberfläche kann mit PMMA-Folien
oder Lacken beschichtet werden. |
| Holz |
1,4-1,8
|
Klassisches
Fensterrahmenmaterial. Aufwendige Oberflächenbehandlung, der
mit wetterseitig aufgeklipsten Aluprofilen entgegengewirkt wird. Entsprechende
Hinterlüftung und Längendehnung beachten. Heimische Hölzer
(wie Lärche-harzreich,widerstandsfähig; Eiche-sehr dauerhaft)
für qualitative Holzfenster. |
Tip:
"Alte" Rahmen aus Tropenholz (Mahagonie..) sollten weiterverwendet
werden.
Kein heimisches Holz hat ähnliche Wasserbeständigkeit. In diesem
Fall ist nur die Verglasung gegen Thermogläser zu tauschen.
GLAS
In
wohl keinem Bereich des Hochbaues wurden in den letzten Jahrzehnten so
bemerkenswerte technische Innovationen erzielt, wie in der Verglasungs-
und Fenstertechnik. Nicht nur der verbesserte Wärmeschutz, sondern
auch die erhöhte thermische Behaglichkeit ist bei Wärmeschutzgläsern
hervorzuheben. Bei Wärmeschutzgläsern wird die sommerliche Überwärmung
gemindert.
Tabelle
2: Verschiedene Verglasungstypen und deren Einsatzbereich
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Uv
1) [W/m2K]
|
ti
2)
[°C]
|
Einsatzbereich
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| Einfachglas |
5,2-5,8
|
5
|
nur
für unbeheizte Räume |
| Doppel-verglasung |
2,8-3,0
|
13
|
in
Altbauten, ähnlich bei Verbund- und Kastenfenstern |
| Doppel-verglasung
(Wärme-schutzglas) |
0,8-1,4
|
17
|
Einseitig
mit Beschichtung zur Minderung der Wärmeübertragung. Heute
meist vewendete Verglasung. Zusätzlich mit Edelgasbefüllung
des Zwischenraumes (Argon, Krypton, Xenon). Im Sommer wird der Überhitzung
durch den geringeren Gesamtenergiedurchlaß entgegengewirkt. |
| Dreifach-verglasung |
2,0-2,1
|
15
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Diese
Verglasung wird durch 2-fach Wärmeschutzgläser energetisch
übertroffen. Besserer Schallschutz als Doppelverglasung. |
| Dreifach-verglasung
(Wärme-schutzglas) |
0,4-0,7
|
18
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Erfüllt
höchste energetische Anforderungen. Für den Einsatz in Passivhäusern
geeignet. |
Quelle: 1)Burkhard
Schulze Darup; Bauökologie; Bauverlag; 1996
2) Oberflächentemperatur
von Glas raumseitig
SONNENSCHUTZ
Die sommerliche Überwärmung der Innenräume muß verhindert
und die Blendwirkung verringert werden.
Als Schutz vor
sommerlicher Überhitzung sollte ein außenliegender Sonnenschutz
mit dahinterlie-gendem Belüftungsspalt gewählt werden. Für
den Blendschutz ist ein innenliegender Schutz ausreichend.
Die Farbe der Sonnenschutzeinrichtung
wird in den Innenraum gelenkt und beeinflußt somit auch die psychische
Farbgebung im Raum.
SCHALLSCHUTZ
Hoher Schallschutz wird durch hohe Glasgewichte, Gießharzverbundtechnik
und durch träge Gase im Scheibenzwischenraum erzielt.
Straßenverkehr
weist hohe Emissionen im Bereich zw. 100-500 Hz, Zuglärm etwa bei
800 Hz auf. Die Gläser sind auf die spezifischen Resonanzen abzustimmen.
Bei geöffneten
Fenster ist der Schallschutz nicht mehr gewährleistet. Spezielle
Außenwand-Schallschutzlüfter ermöglichen den Luftaustausch
und gewährleisten entsprechenden Schallschutz.
LUFTWECHSEL
Der Einsatz von hochdichten Fenstern ab den 70-er Jahren, der für
energiesparendes Wohnen Voraussetzung ist, veränderte die lufthygienischen
Verhältnisse in Innenräumen wesentlich. Der Luftwechsel wurde stark verringert.
Infolge nahmen die toxischen Schadstoffbelastungen
(Radon, Formaldehyd, Lösemittel..) in Innenräumen stark zu.
Die, in geringem Ausmaß abgeführte Feuchte führt bei ungenügend gedämmten
Bauteilen, oder Wärmebrücken zu Schimmel, der
das Immunsystem der Nutzer belastet.
Erst
durch Einsatz von begleitenden Lüftungs-maßnahmen, die einen
kontrollierten hygienischen Luftwechsel ermöglichen, gewährleisten
ausreichende Frischluftzufuhr .
Bildnachweis
(1) Dt.Bundesarchitektenkammer (Hrsg.); Energiegerechtes Bauen und Modernisieren;
Birkhäuser; 1996
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©
by Architekt DI. Wolfgang Mück - Wien / Österreich
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