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Staatlich befugter und beeideter Ziviltechniker

 

 

Inhalt
4 Lüftungsarten
Warum kontrollierte Wohnungslüftung?
Prinzipielle Systeme
Anlagenplanung
-Luftvolumen-menge
-Le
itungen
-Luftdurchlässe
-Standort
-Frischluftbrunnen

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Luftqualität und Luftwechsel
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Planung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Wärmerückgewinnung mit Plattentauscher in Zu- und Abluftanlage (2)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Volumensstrom in m3
Durchmesser der Rohre in mm
bis 90
100
bis 150
125
über 150
150
Leitungsquerschnitte

 

 

 

 

 

 

 

Architekt Dl.Wolfgang Mück
A-1190 Wien, Billrothstr.29 - Tel/Fax :43-1-3690203


Start > Ökologisches Bauen > Kontrollierte Wohnungslüftung

Ökologisches Bauen
Kontrollierte Wohnungslüftung


Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung im Abstellraum, Luftführung in abgehängter Decke im Vorraum und Zulufteinlaß über Tür (1)

Die Innenraumluft ist in den letzten Jahrzehnten in das Kreuzfeuer der wohnhygienischen und energetischen Kritik gekommen. Für Hygieniker und Ärzte ist der Luftwechsel zu gering, für Bauphysiker verlieren wir durchs Lüften zu viel Energie. Hier kann die kontrollierte Wohnungslüftung Abhilfe bieten.


WIR KENNEN 4 PRINZIPIELLE ARTEN DER LÜFTUNG

Methode Eigenheiten
Dauerlüftung Permanenter Luftwechsel kühlt Räume stark aus und verursacht hohe Wärmeverluste. Dauerlüftung (z.B. nachts in Schlafzimmern) kann Feuchteschäden und Schimmel verursachen.
Ritzenlüftung Unkontrollierter Luftaustausch durch Gebäudeundichtigkeiten. Abhängig von Witterung. Kondensatgefahr in Konstruktion. Bei hohen Luftwechselraten zugig und kalte Füße.
Bei Neubauten kaum anzutreffen, da sie praktisch dicht sind. Ausnahmen bei Ausführungsmängel z.B. bei Dachausbauten, Leichtbaukonstruktionen...
Stoßlüftung Kurzzeitiges gezieltes Lüften in regelmäßigen Abständen. In der Praxis meist nicht praktikabel. Besonders in der Nacht vernachlässigt mit nachteiliger Schadstoff- und Feuchteanreicherung.
Kontrollierte Lüftung Automatische Regulation der hygienisch erforderlichen Luftmenge. Durch Einsatz von Pollenfilter Erleichterung für Allergiker. Energieeinsparung durch Wärmerückgewinnung. Erfordert Umdenken in der Nutzung.

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WARUM KONTROLLIERTE WOHNUNGSLÜFTUNG?

Wenn ja, dann sollten Sie eine kontrollierte Wohnungslüftung in Betracht ziehen. Bei einem Passivhaus ist sie gekoppelt mit einer Wärmerückgewinnung Voraussetzung für extrem geringen Energieverbrauch.

Die unkontrollierte Lüftung wurde in den letzten Jahrzenten durch vielfache bauliche Maßnahmen reduziert, unter anderem durch Fenstertausch. So findet man in modernen Wohnungen Luftwechselraten von unter 0,2, andererseits in sanierungsbedürftigen Altbauten Werte weit über 1,0, welche erhebliche Energieverluste mit sich bringen. Um hygienische Erfordernisse und effiziente Energieeinsparungen im Haus und Wohnung zu ermöglichen, sind kontrollierte Be- und Entlüftungsanlagen sinnvoll.

Vorteile des kontrollierten Luftwechsels:

  • Verbesserung der Raumluft durch kontrollierten und erhöhten Luftwechsel.
  • Reduktion des Wasserdampfes und damit Minderung von Schimmel und Bauteilproblemen.
  • Linderung von Allergieproblemen.
  • Energieeinsparung durch Wärmerückgewinnung aus Abluftwärme.

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BE-UND ENTLÜFTUNGSSYSTEME

System Eigenschaften
Be-und Entlüftungsanlagen mit Plattenwärme-tauscher Für Einzelräume, Wohnungen und Häuser. Als Wärmeträger wird die Abluft genutzt. Fehlende Restenergie wird über separate Heizung, oder über nachgeschalteten elektrischen Lufterwärmer angehoben. Für Passivhauseinsatz anwendbar..
Be-und Entlüftungsanlagen mit Wärmepumpe Für Wohnungen und Häuser. Wärmerückgewinnung aus Abluft. Unabhängig vom Heizsystem. Da die Heizleistung größer als der erforderliche Lüftungsbedarf ist, werden Anteile der Heizleistung mit abgedeckt.

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ANLAGENPLANUNG

LUFTVOLUMENMENGE
Die Frischluftrate pro Person und Stunde wird mit rund 30m3 hygienisch als ausreichend betrachtet. Ausnahmen sind Raucher bei denen die Frischluftrate auf zumindest 50m3/h pro Person zu erhöhen ist. Daraus ergeben sich folgende Richtgrößen:

Wohngröße
in m2
Wohn-belegung [Personen]
Gesamtlüftung Zuluftvolumen in m3/h
Grundlüftung Zuluftvolumen in m3/h
bis 50
bis 2
60
60
bis 80
bis 4
120
90
über 80
bis 6
180
120
Quelle: Hain K.; Wohnunglüftung mit Wärmerückgewinnung, VWEW in EVN-NÖ; Kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung; 1995

LEITUNGEN

  • Kurze Rohrleitung und Vermeidung von Kreuzungen
  • Rohrleitungen durch Kalträume müssen gedämmt werden, um Wärmeverluste zu vermeiden.
  • Keine Flexrohre aufgrund hoher Strömungswiderstände
  • Ausreichend große Rohrdurchmesser um Druckverluste und Strömungsgeräusche gering zu halten, Einbau zusätzlicher Schalldämpfer.

LUFTDURCHLÄSSE

Luftöffnungen Anordnung
Zuluftdurchlässe Meist über Innentüren der Wohn- und Schlafräume. Vermeiden eventueller Zugerscheinungen und Kurzschlüsse zw. Zu- und Abluft. Keine Beeinträchtigungen in der Möblierung.
Abluftdurchlässe Meist in Küche, Bad und WC. Rundventile in abgehängter Decke oder Wand mit großem Abstand zu Türen um "Kurzschlüsse" zu vermeiden. Überströmöffnungen in die Nebenräume durch Türen mit Gitter oder durch Türkürzung um 2 cm. Im Bad sollte die Tür oben gekürzt werden, um Zugerscheinungen auf Füße zu vermeiden. Küchenabzugshauben sind bei Abluftbetrieb verwendbar.


GERÄTESTANDORT

  • Gute Zugänglichkeit für Wartung z.B. für den Filtertausch.
  • Berücksichtigung des geringen Lärmepegels und Aufstellung in Nebenraum (Bad, Abstellraum..)
  • Aufstellung innerhalb der gedämmten Gebäudehülle um Wärmeverluste weitestgehend zu vermeiden.
  • Kurze Zu- und Abluftleitungen mit dampfdiffusionsdichter Dämmung (Leitungskondensat).
  • Anschluß an Abflußleitung um Gerätekondensat direkt abzuleiten.

FRISCHLUFTBRUNNEN
Bei Passivhäuser wird ein zusätzlicher Trick angewandt, um die Zuluft vorzuwärmen und Energie einzusparen. Die Luft wird außerhalb des Gebäudes angesaugt und über eine längere Strecke durch ein in der Erde verlegtes Rohr in das Haus eingeleitet. Dabei wird auch im Winter kalte Außenluft durch die wärmere Erdtemperatur auf ca. 4-5°C vorgewärmt. Diese vorerwärmte Luft wird in der Zuluftanlage für die weitere Erwärmung genutzt.



EMPFEHLUNGEN

Planung von einfachen, langlebigen und überschaubaren Anlagen.
Keine Konditionierung der Luft mit Ausnahme von Luftfilter und ev. Wärmerückgewinnung.
Vermeidung bzw. Dämpfung von Luftströmungs- und Ventilationsgeräuschen.
Kurze Leitungsführungen. Frühzeitige Abklärung der Leitungsführung für Steigschacht- und Raumhöhenplanung (abgehängte Decke).
Bei hochgedämmten Gebäuden Einplanung einer Wärmerückgewinnung.

Bildnachweis:
(1) Photo: W. Mück
(2) Dt.Bundesarchitektenkammer (Hrsg.); Energiegerechtes Bauen und Modernisieren; Birkhäuser; 1996

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© by Architekt DI. Wolfgang Mück - Wien / Österreich