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Jahresmittel der
Radongaskonzentration
im Innenraum
in Österreich (2)

 


Radongas in versch. österreichischen Orten
(3)

Architekt Dl.Wolfgang Mück
A-1190 Wien, Billrothstr.29 - Tel/Fax :43-1-3690203


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Gesundes Wohnen
Standorteinflüsse


Radioaktiv strahlende Gebrauchsgegenstände (1)


RADONGAS

PROBLEM
Radon steht nach Rauchen als Verursacher von Lungenkrebs an zweiter Stelle! Es dringt aus uranhältigen Gestein in Keller und Wohnungen und belastet die Hauseinwohner unbemerkt und langzeitig.


WAS IST RADONGAS?
Radongas (Rn 222) ist ein natürliches, radioaktives Edelgas und ein Zerfallsprodukt von Uran 238 mit einer Halbwertszeit von 3,8 Tagen.


GESUNDHEITSGEFÄHRDUNG

Den größten Beitrag zur Radonaufnahme (Inhalation) liefert unser Innenraum.
Auf Grund derzeitiger Erkenntnisse sind etwa 5-10 % aller Lungenkrebstodesfälle auf Radon und seine Folgeprodukte rückzuführen! [ÖNRAP-Öst. Radonprojekt]
Nach Einschätzungen der Strahlenschutzkommission und der WHO erhöht sich das Lungenkrebsrisiko um etwa 10%, bei Berücksichtigung von Unsicherheiten um 16%, wenn die Radon-Konzentration um 100 Bq/m3 (Becquerel pro Kubikmeter) im Innenraum zunimmt.
Daraus folgt, dass das Mortalitätsrisiko in einem hoch belasteten Haus mit 800 Bq/m3 Radongas gegenüber einem Haus mit 100 Bq/m3 (annähernd österreichischer Durchschnittswert) ca. doppelt so hoch ist. Diese Zunahme von jeweils 100 Bq/m3 ist linear und gilt für Raucher und Nichtraucher .

Raucher besitzen generell ein ca. 25-fach erhöhtes Risiko an Lungenkrebs zu sterben als Nichtraucher.


WIE KOMMT RADON INS HAUS?
Radongas vermag in Häuser aus dem Untergrund eindringen. Aber auch Wasser kann Radongas emittieren.
Der Eintrag durch Baustoffe ist in der Regel gering. Aufgrund der höheren Dichte gegenüber Luft sind hohe Radonbelastungen besonders in Kellerräumen und ebenerdigen Geschossen anzutreffen. Geringer Luftwechsel in Aufenthaltsräumen durch dichte Fenster erhöht die Belastungsrate um ein Vielfaches .
Besonders betroffen sind Althäuser vor 1950, deren Abschluß zum Erdboden nicht abgedichtet wurde. Einfache Lehmböden oder Ziegel- und Holzböden auf gewachsener Erde oder Schotterlage weisen darauf hin.


WIE WIRD RADON GEMESSEN?
Eine erste Orientierung der Radongasverteilung bietet die nebenstehende Karte der ÖNRAP-Studie. Angemerkt muß jedoch werden, daß Radongaskonzentrationen innerhalb eines Ortes und von Haus zu Haus extrem schwanken können.
Die tatsächliche Feststellung der Radonkonzentration wird über Passivdosimeter durchgeführt.
Dazu wird ein kleiner Prüfbecher für einige Zeit im Raum aufgestellt und anschließend zur Auszählung einem Prüflabor übermittelt. Nach Auszählung der "Einschlagsspuren" der radioaktiven Alphastrahlen kann das Maß der Strahlungsaktivität angegeben werden.

Es gelten auf Basis von internationalen Werten:

  • Eingreifrichtwert bei Altbauten 400 Bq/m3 Radon-222
  • für Deutschland sind folgende Werte in Vorbereitung:
    100 - 400 Bq/m³ Sanierungszeiten von zehn Jahren,
    400 - 1000 Bq/m³ Sanierungszeiten von fünf Jahren und
    oberhalb von 1000 Bq/m³ Sanierungszeiten von drei Jahren
  • Planungsrichtwert bei Neubauten 200 Bq/m3 Radon-222
  • Geplanter Richtwert WHO < 100 Bq/m3 Radon-222


SANIERUNG
Bei Werten über 200 - 1000 Bq/m3 sollten einfache Abdichtungen gegenüber dem Erdboden vorgenommen werden. Darüber hinaus sind umfangreiche bauliche Sanierungsarbeiten, sowie Entlüftungsmaßnahmen notwendig. Da diese Arbeiten objektabhängig, aufwendig und kosten-intensiv sind, sollte vorab ein Sanierungskonzept mit einem Fachmann (Beratung) erarbeitet werden.


EMPFEHLUNGEN

Häuser in radongasverdächtigen Lagen sollten auf Radongasbelastungen in der Raumluft gemessen werden. Bei erhöhten Werten vor allem bei Altbauten sollten im Keller Lüftungsöffnungen, dichte Türen zwischen Keller und Erdgeschoß, und spezielle Bodenabdichtungen vorgesehen werden. Bei Neubauten mit guter Bodenabdichtung sind nur geringe Werte zu erwarten.
Gute Raumdurchlüftung senkt Radongas in Wohnräumen ab. (Ventilator) ·
Rauchen und Radon gemeinsam erhöhen das Lungenkrebsrisiko beträchtlich und verstärken zusammen die Lungenschädigung. In diesem Fall ist die gesündeste und auch wirksamste Sanierung das Rauchen einzustellen!


IMMISSIONEN VON GEWERBE UND GARAGEN
In unmittelbarer Nähe befindliche Gewerbebetriebe, wie Putzereien, Druckereien, Tischlereien, Malerbetriebe etc., Tankstellen, Tiefgaragen können die Innenraumluftqualität beeinträchtigen. Neben den Fenstern können oft diffussionsoffene Baukonstruktionen, Luftschächte, Installationsschächte aber auch Stiegen die Geruchs- Schadstoffübertragung zu Wohnungen ermöglichen.


EMPFEHLUNGEN

Von Menschen verursachte Außenluftverunreinigungen sind meist Kraftwerke, Industrie, Gewerbe, Verkehr und Haushalt. Die Feststellung der Emission wird analytisch durch Messungen bestimmt.
Verbesserungen können teils durch bauliche Maßnahmen wie z.B. Abdichtungsmaßnahmen, andererseits durch geeignete Abluft- und Zuluftmaßnahmen erfolgen.
Bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen ist ein Arzt zu konsultieren und die Wohnung, bzw das Gebäude durch einen Fachmann begutachten zu lassen (Beratung). Bei Verdacht auf Innenraumemissionen können weitere meßtechnische Analysen notwendig werden.

Bildnachweis:
(1) Photo: W. Mück
(2) Projekt ÖNRAP,Jahresmittel der Radonkonzentration in Österreich. [H.Friedmann 2004]
http://www.univie.ac.at/Kernphysik/oenrap/AUSTRIA.GIF
(3) Werte: Steinhäusler [1982], Danzer etal [1982-84], Friedmann [1993] in Theuer etal; Luftverunreinigungen in Innenräumen [1995]

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© by Architekt DI. Wolfgang Mück - Wien / Österreich