
Radioaktiv
strahlende Gebrauchsgegenstände (1)
RADONGAS
PROBLEM
Radon steht nach Rauchen als Verursacher von Lungenkrebs an zweiter
Stelle! Es dringt aus uranhältigen Gestein in Keller und Wohnungen
und belastet die Hauseinwohner unbemerkt und langzeitig.
WAS
IST RADONGAS?
Radongas (Rn 222) ist ein natürliches, radioaktives Edelgas und
ein Zerfallsprodukt von Uran 238 mit einer Halbwertszeit von 3,8 Tagen.
GESUNDHEITSGEFÄHRDUNG
Den größten Beitrag zur Radonaufnahme (Inhalation) liefert
unser Innenraum. Auf
Grund derzeitiger Erkenntnisse sind etwa 5-10 % aller Lungenkrebstodesfälle
auf Radon und seine Folgeprodukte rückzuführen! [ÖNRAP-Öst.
Radonprojekt]
Nach Einschätzungen der Strahlenschutzkommission und der WHO erhöht
sich das Lungenkrebsrisiko um etwa 10%, bei Berücksichtigung von
Unsicherheiten um 16%, wenn die Radon-Konzentration um 100 Bq/m3 (Becquerel
pro Kubikmeter) im Innenraum zunimmt.
Daraus folgt, dass das Mortalitätsrisiko in einem hoch belasteten
Haus mit 800 Bq/m3 Radongas gegenüber einem Haus mit 100 Bq/m3
(annähernd österreichischer Durchschnittswert) ca. doppelt
so hoch ist. Diese Zunahme von jeweils 100 Bq/m3 ist linear und gilt
für Raucher und Nichtraucher .
Raucher
besitzen generell ein ca. 25-fach erhöhtes Risiko an Lungenkrebs
zu sterben als Nichtraucher.
WIE KOMMT RADON INS HAUS?
Radongas vermag in Häuser aus dem Untergrund eindringen. Aber auch
Wasser kann Radongas emittieren. Der
Eintrag durch Baustoffe ist in der Regel gering. Aufgrund
der höheren Dichte gegenüber Luft sind hohe Radonbelastungen besonders
in Kellerräumen und ebenerdigen Geschossen anzutreffen. Geringer Luftwechsel
in
Aufenthaltsräumen durch dichte Fenster
erhöht
die Belastungsrate um ein Vielfaches .
Besonders betroffen sind Althäuser vor 1950, deren Abschluß
zum Erdboden nicht abgedichtet wurde. Einfache Lehmböden oder Ziegel-
und Holzböden auf gewachsener Erde oder Schotterlage weisen darauf
hin.
WIE WIRD RADON GEMESSEN?
Eine erste Orientierung der Radongasverteilung bietet die nebenstehende
Karte der ÖNRAP-Studie. Angemerkt muß jedoch werden, daß
Radongaskonzentrationen innerhalb eines Ortes und von Haus zu Haus extrem
schwanken können.
Die tatsächliche Feststellung der Radonkonzentration wird über
Passivdosimeter durchgeführt.
Dazu wird ein kleiner Prüfbecher für einige Zeit im Raum aufgestellt
und anschließend zur Auszählung einem Prüflabor übermittelt.
Nach Auszählung der "Einschlagsspuren" der radioaktiven
Alphastrahlen kann das Maß der Strahlungsaktivität angegeben
werden.
Es
gelten auf Basis von internationalen Werten:
-
Eingreifrichtwert
bei Altbauten 400 Bq/m3 Radon-222
-
für
Deutschland sind folgende Werte in Vorbereitung:
100 - 400 Bq/m³ Sanierungszeiten von zehn Jahren,
400 - 1000 Bq/m³ Sanierungszeiten von fünf Jahren und
oberhalb von 1000 Bq/m³ Sanierungszeiten von drei Jahren
-
Planungsrichtwert
bei Neubauten 200 Bq/m3 Radon-222
-
Geplanter
Richtwert WHO < 100 Bq/m3 Radon-222
SANIERUNG
Bei Werten über 200 - 1000 Bq/m3 sollten einfache Abdichtungen
gegenüber dem Erdboden vorgenommen werden. Darüber hinaus
sind umfangreiche bauliche Sanierungsarbeiten, sowie Entlüftungsmaßnahmen
notwendig. Da diese Arbeiten objektabhängig, aufwendig und kosten-intensiv
sind, sollte vorab ein Sanierungskonzept mit einem Fachmann (Beratung)
erarbeitet werden.
EMPFEHLUNGEN
|
Häuser in radongasverdächtigen Lagen sollten auf Radongasbelastungen
in der Raumluft gemessen werden. Bei erhöhten Werten vor allem bei
Altbauten sollten im Keller Lüftungsöffnungen, dichte Türen zwischen
Keller und Erdgeschoß, und spezielle Bodenabdichtungen vorgesehen
werden. Bei Neubauten mit guter Bodenabdichtung sind nur geringe
Werte zu erwarten. |
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Gute Raumdurchlüftung senkt Radongas in Wohnräumen ab. (Ventilator)
· |
|
Rauchen und Radon gemeinsam erhöhen das Lungenkrebsrisiko beträchtlich
und verstärken zusammen die Lungenschädigung. In diesem Fall ist
die gesündeste und auch wirksamste Sanierung das Rauchen einzustellen!
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IMMISSIONEN
VON GEWERBE UND GARAGEN
In unmittelbarer Nähe befindliche Gewerbebetriebe,
wie Putzereien, Druckereien, Tischlereien, Malerbetriebe etc., Tankstellen,
Tiefgaragen können die Innenraumluftqualität beeinträchtigen.
Neben den Fenstern können oft diffussionsoffene Baukonstruktionen,
Luftschächte, Installationsschächte aber auch Stiegen die
Geruchs- Schadstoffübertragung zu Wohnungen ermöglichen.
EMPFEHLUNGEN
| Von
Menschen verursachte Außenluftverunreinigungen sind meist
Kraftwerke, Industrie, Gewerbe, Verkehr und Haushalt. Die Feststellung
der Emission wird analytisch durch Messungen bestimmt. |
| Verbesserungen
können teils durch bauliche Maßnahmen wie z.B. Abdichtungsmaßnahmen,
andererseits durch geeignete Abluft- und Zuluftmaßnahmen erfolgen. |
| Bei
gesundheitlichen Beeinträchtigungen ist ein Arzt zu konsultieren
und die Wohnung, bzw das Gebäude durch einen Fachmann begutachten
zu lassen (Beratung). Bei Verdacht auf
Innenraumemissionen können weitere meßtechnische Analysen
notwendig werden. |
Bildnachweis:
(1) Photo: W. Mück
(2) Projekt ÖNRAP,Jahresmittel der Radonkonzentration in Österreich.
[H.Friedmann 2004]
http://www.univie.ac.at/Kernphysik/oenrap/AUSTRIA.GIF
(3) Werte: Steinhäusler [1982], Danzer etal [1982-84], Friedmann [1993]
in Theuer etal; Luftverunreinigungen in Innenräumen [1995]