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Gesundes
Wohnen
Die Bedeutung des Tageslichtes in der gebauten Wohnumwelt wird in seinem wahren Ausmaß im Bauwesen auch heute nur in Ansätzen begriffen. In seiner entmaterialisierten Struktur kann Licht schlechtweg als wichtigstes Bau- und Gestaltungselement für die Wohngesundheit bezeichnet werden. Tageslicht wirkt somit nicht nur als Informationsvermittler durch den Sehvorgang, sondern beeinflußt auch die Aktivität und Leistungsbereitschaft des Menschen. Tageslicht fördert das Konzentrationsvermögen, verbessert die Motivation und verhindert vorzeitiges Ermüden. Die gesundheitliche Bedeutung des Tageslichts wird in der Heliotherapie (Lichttherapie) ersichtlich. Durch dosierte Anwendung des Sonnenlichtes zu Therapiezwecken werden Wärme, einzelne Bereiche des Ultraviolettlichtes und indirekte Strahleneffekte zur Heilung von Hautkrankheiten, Knochentuberkulose und zur allgemeinen Kräftigung genutzt. Die Gestaltung unserer Wohnhäuser, ihre Orientierung zu Licht und Himmelsrichtung beeinflußt und stimuliert unsere inneren Rhythmen und Kreisläufe. Das natürliche Licht mit seinen vielfältigen Lichtspektren, den variierenden Beleuchtungsstärken und jahreszeitliche Sonnenständen mit ihren zyklischen Veränderungen der Natur, sowie der tägliche Wechsel zwischen Tag und Nacht prägen und beeinflussen den Menschen nachhaltig. Als wesentlicher Faktor für die zirkadiane Steuerung werden Hormone namhaft gemacht, die regulativ in das Körpergeschehen eingreifen. Hier sind vornehmlich Melatonin, eines aus der Epiphyse entstammendes Hormon, das besonders in der Nacht gebildet wird und Cortisol zu nennen. Die Ausbildung starker parasympathiko- bzw. sympathikotoner Effekte, wie die vormittägliche Erwärmung, Frische und Wachheit, sowie die abendliche Entwärmung und Schläfrigkeit sind bekannte physiologische Phänomene, die primär auf rhythmische Lichtwirkungen rückzuführen sind. LICHT
UND GEBÄUDE Ostseitige Schlafräume unterstützen besonders bei älteren Menschen die morgendlich wichtige Cortisolausschüttung und erleichtern das Aufstehen. Die Orientierung nach den Himmelsrichtungen ist in vielen Kulturen, z.B. im chinesischen Feng Shui bekannt und weist alten Menschen bevorzugt Osträume zu.
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