|
|
Gesundes
Wohnen
Heizung und Gesundheit

Wärmephysiologie (1)
WÄRMEREGULATION
Der menschliche Organismus kennt eine Reihe von Regelmechanismen
zur Aufrechterhaltung der Kerntemperatur, die vom Wärmezentrum im
Zwischenhirn gesteuert werden.
Die
chemische Energie der Nährstoffe
wird in mechanische Energie und Wärme umgewandelt. Der Wärmeaustausch
mit der Umwelt findet durch Wärmeleitung, Wärmekonvektion, Strahlung
und Leitung statt. Der größte Teil der Wärmeabfuhr wird
durch die Atmung gewährleistet. Bei veränderten Luftqualitäten
müssen andere Regulatoren die Temperaturkonstanz gewährleisten.
So kann bei Schwüle die feuchte Raumluft nur geringe Feuchtemengen
aus der Lunge aufnehmen. In diesem Fall wird durch erhöhte Transpiration
verstärkte Wärmemengen dem Körper entzogen.
Die Gewährleistung der thermischen Behaglichkeit
ist somit Voraussetzung für die Erhaltung des Wohlbefindens und der
vollen Leistungsfähigkeit.
WÄRMEABGABE
Für
ein behagliches Heizungsraumklima gilt :
- Hoher Strahlungsanteil
- Geringe konvektive
Luftbewegung
- Geringe Heizflächentemperaturen
verhindern Pyrolyseeffekte (Staub+Schadstoffe)
- Keine große
vertikale Temperaturschichtung
- Keine Wärmemonotonie
zwischen den Räumen
- Je schlechter
die thermische Behaglichkeit (z.B.Altbau), desto besser sollte das Heizsystem
sein.
HEIZSYSTEME
| Heizsystem |
Oberflächen-temperatur
in °C
bei mittl. HWT*)
|
Anmerkungen
|
| Einzelofen |
-
|
Durch
hohen konvektiven Wärmeanteil können große Raumflächen
rasch aufgeheizt werden. Erfordert genügend Lüftung um CO-Anreicherungen
gering zu halten. Hohe Ofentemperaturen führen zu Staubverschwelung.
Starke thermische vertikale Raumzonierung.Die Einsicht auf das Feuer
stimuliert psychisch positiv. |
| Radiator,
Plattenheiz-körper |
-
|
Auslegung
auf Niedertemperaturniveau zwischen 40/35°C ermöglicht verbesserte
IR-Strahlungs-leistungen. Dies erfordert gute Wärmedämmung
und große Heizkörper. Gutes Regelverhalten. |
| Sockelleiste |
bei
30°C
mittl. HWT
ca. 21°C,
bei 35°C
mittl. HWT
ca. 21°C
|
Kleinteilige
Rippenrohrkonvektoren. Konvektive Warmluftabgabe an Wandflächen,
die Wärmestrahlung in den Raum abgeben. Stellplatzeinschränkung.
Gute Wandtrocknung bei feuchten Erdniveau-Räumen. Flinke Regelung. |
| Fußboden-heizung |
bei
30°C
mittl. HWT
ca. 25-26°C,
bei 35°C
mittl. HWT
ca. 27-28°C (Bad)
|
Niedertemperatur-Flächenheizung
mit träger Wärmeregulation. Physiologisch sollten Oberflächentemperaturen
von rund 25°C nicht überschritten werden, welches in schlecht
gedämmten Gebäuden eine zusätzliche Heizung erfordert.
Bei höheren Temperaturen werden die Gefäße (Venen)
belastet. Gering temperierte Böden werden vielfach als angenehm
empfunden. Günstig in Bädern. |
| Wandheizung |
bei
30°C
mittl. HWT
ca. 29°C,
bei 35°C
mittl. HWT
ca. 33°C
|
Niedertemperatur-
Wandflächenheizungen erhöhen die Temperatur der umschließenden
Außenwandflächen und ermöglichen eine Lufttemperaturabsenkung
um
1-2°C, die Heizkosten spart. Die Infrarotstrahlung trifft den
Menschen im Gegensatz zur Fußbodenheizung großflächig.
Je nach Wandkonstruktion und Wärmedämmunganordnung ist die
Regulation flink bis träge. Bei Altbauten wird der Behaglichkeitskomfort
deutlich angehoben, erfordert jedoch eine Dämmentkopplung von
der Massivwand. |
+) HWT= Heizwassertemperatur
Bildnachweis:
(1) Grandjean; Physiologische Arbeitsgestaltung 4.Aufl.; Ott-Verlag; 1991
(2) Dt.Bundesarchitektenkammer (Hrsg.), Hirsch, Lohr, Braunmühl etal;
CO2-Reduktion und Energieeinsparung Teil1; Wuppertaler Institut; Bonn;
995 in Schulze Darup; Bauökologie; Bauverlag; 1998
(3) Richtwerte verschiedener Hersteller
retour
zu Gesundes Wohnen - Baubiologie
top
© by Architekt DI. Wolfgang Mück -
Wien / Österreich
|
|